Kult-Comix

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Wer kennt nicht das Handbuch vom Fähnlein-Fieselschweif, in dem sich erstaunlich viele Antworten zu sämtlichen Problemen des Lebens wiederfinden. Zwar gibt es das „Schlaue Handbuch“ in dieser komprimierten  Form so nicht, allerdings weiss der aufmerksame Comic-Leser, dass man in dem ein oder anderen Buch bzw. Comic durchaus Informationen fürs Leben findet. So erfährt man zum Beispiel, dank Miraculix aus Asterix und Obelix, dass Misteln bei Vollmond geschnitten sich besser für die Herstellung von Zaubertränken eignen, oder der Biss einer radioaktiv verseuchten Spinne einem nicht zwingend einen Nachteil verschaffen muss (THWIPP-THWIPP).MuenchhausenDia

Dass der „Informationsgehalt“ in solchen Formaten nicht immer grenzenlosen Zuspruch erhält, lässt sich an dem Beispiel der Kult-Comic-Reihe „U-Comix“ feststellen. Durch das sogenannte „Meininger Zensurverfahren„, fanden Mitte der 90er Jahre religiöse Fanatiker Gehör bei der Staatsanwaltschaft und sorgten so für die grösste Beschlagnahmungsaktion Nachkriegdeutschlands, bei der 1200 Buchhändler sowie der Verlag durchsucht wurden (GRUMPF). Gegenstand der Zensur, in dessen Zuge über 150 Comic-Bände indiziert wurden, waren „die übertriebenen Abbildungen (Überzeichnungen) sexueller Natur, wie z. B. Abbildungen von unverhältnismäßig großen Geschlechtsteilen“ (STÖHN) oder, man lese und staune, „zu groß geratenen weiblichen Brustwarzen“(ÄCHZ). Letztendlich gab es zwar an den U-Comix nichts auszusetzen, doch das jahrelange Zensurverfahren trieb den damaligen Verlag in den Ruin und die U-Comix wurden eingestellt (AARRRGH). Obwohl die verfolgten Zeichner von damals (Art Spiegelman, Walter Moers, Ralf König u.v.m.) mittlerweile sämtlich anerkannt und mit Auszeichnungen überhäuft wurden, sind die Folgen der Zensur bis heute bei verunsicherten Verlegern, Händlern und Vertrieben deutlich spürbar (BIBBER).FreakDia

Doch nach 16 Jahren kehren die „U-Comix“ nun endlich zurück und ab Juni wird es das „subversive, politisch unkorrekte und nebenbei ziemlich lustige Comic-Heft für Erwachsene“ auch wieder im gutsortierten Handel geben (JUHUU). 60 etablierte Zeichner haben ihre Mitarbeit bereits zugesagt und sogar der 73 jährige Gilbert Shelton (Freak Brothers) ist wieder mit dabei. Verantwortlich dafür ist der Oberhausener Zeichner Steff Murschetz von Undergroundcomix.de, welcher das politisch unkorrekte Kult-Heft aus den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts wiederbelebt hat (JUBEL). Zum „Gratis-Comic-Tag“ wurden bereits 10.000 Exemplare des U-Comix Nr. 182 bundesweit verteilt, ab dem 30.05.2013 gibt es U-Comix Nr. 183 wieder im Bahnhofsbuchhandel und den Comicshops. Wer die zeichnenden „Altmeister“ der U-Comix persönlich treffen möchte (HECHEL), sollte unbedingt beim Comic Festival München vorbeischauen. Denn pünktlich zur Veröffentlichung der neuen U-Comix-Reihe werden dort vom 29.5. bis zum 2.6.2013 Robert Crumb, Gilbert Shelton, Gerhard Seyfried und Dennis Kitchen vor Ort sein, sowie viele Zeichner und Autoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Auch Steff Murschetz, dem wir extrem die Daumen für sein Projekt drücken, ist dort anzutreffen und freut sich über jegliche Fragen zu den neuen U-Comix (AAAAAAH). 😉

U-Comix183WEB

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3 Kommentare zu Kult-Comix

  1. morshiba sagt:

    Das ja mal ne coole Info… da weiß ich direkt was ich am 30.5 machen muss 🙂 Hoffentlich hat das Heft dann der Comicdealer meines Vertrauens auch da! 🙂

    • ged sagt:

      Das ist dir und deinem Comicdealer zu wünschen. Möchte nicht erleben wie du abfährst wenn er es nicht da hat. 😉
      Apropos abfahren: Sollte es nicht da sein, musst du halt zum Bahnhofsbuchhandel. 😀

  2. morshiba sagt:

    Für U-Comix ist mir kein Weg zu weit! 🙂 … I’m walking… *summsumm* … „nur“ noch 7 Tage dann gibt es wieder ordentlich einen auf die Lachmuskeln 😀